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Abby & AikAbby & Aik

  

 

Impfen mit Verstand                          

Die meisten Tierärzte in Deutschland bestehen immer noch darauf, daß Hunde (und Katzen) jährlich gegen eine ganze Reihe von Krankheiten geimpft werden. Jährliche Impfungen sind jedoch weder nötig noch harmlos. Auch bei Tieren halten Impfungen – mit wenigen Ausnahmen – viele Jahre lang. Ihr Immunsystem ist keineswegs schlechter als das des Menschen. Inzwischen plädieren auch manche deutschen Hochschulveterinäre dafür, dass Haustiere nicht mehr so oft nachgeimpft werden.
 
Auch die StIKo vet. empfiehlt seit dem 01.01.21 das Impfen gegen Staupe und Parvovirose zur Grundimmunisierung,  evtl. noch Leptospirose. Hier der Link zur StIKo vet.
 

Wichtige Impfungen für den Hund und ihre Schutzdauer:
1. Staupe (S):
Lebendimpfstoff. Nach Grundimmunisierung und ev. einer Auffrischung ein Jahr danach hält der Schutz bis zu 15 Jahre, wahrscheinlich lebenslang.
2. Parvo (P):
Lebendimpfstoff. Schutzdauer wie bei Staupe.
 
 
Impfungen, die bedingt sinnvoll sind:
1. Zwingerhustenerreger Parainfluenza-Virus (Pi):
Schutzdauer drei Jahre, Impfstoffe versagen aber relativ häufig; Notwendigkeit der Impfung umstritten, da die Erkrankung meist mild ist und der Impfschutz gerade bei höherem Infektionsdruck (viele Hunde auf engem Raum) nicht oder kaum gegeben ist. Pi ist oft in Kombinationsimpfstoffen mit S,H,P enthalten, es gibt aber auch Kombinationen ohne Pi. Nicht sinnvoll bei Hunden in normaler Einzel- oder Kleingruppenhaltung.
2. Zwingerhustenerreger Bordetella bronchiseptica:
Schutzdauer maximal ein Jahr; Impfstoffe versagen häufig; Notwendigkeit aus den gleichen Gründen wie bei Pi umstritten.
 
Impfungen, von denen abzuraten ist:
1. „Zeckenimpfung“, richtiger: Impfung gegen die von Zecken übertragene Borreliose:
Der Impfstoff schützt nur gegen einen kleinen Teil der hierzulande vorkommenden Borrelien, nützt also kaum. Gilt als besonders nebenwirkungsträchtig, Hundehalter beobachteten sogar epileptische Anfälle nach dieser Impfung. Besser: Guter Zeckenschutz und Hunde nach Spaziergängen untersuchen, ob sie von Zecken befallen sind.
2. Leptospirose:
Deutsche Impfstoffe bieten nur gegen zwei Leptospiren-Arten Schutz, geimpfte Hunde infizieren sich zunehmend mit anderen Arten. Die Impfstoffe sind besonders für Welpen oft schlecht verträglich, doch auch ausgewachsene Tiere haben überdurchschnittlich häufig Nebenwirkungen. Sogar deutsche Hochschulveterinäre raten inzwischen von dieser Impfung ab. Es wird gefordert, daß die Impfstoffhersteller neue Lepto-Vakzinen entwickeln mit einem größeren Wirkspektrum und besserer Verträglichkeit.
Sonderfall Tollwut:
Tollwutimpfstoffe schützen viel länger als ein Jahr. Weil die deutsche Tollwut-Verordnung aber nur die jährliche Nachimpfung als Tollwutschutz gelten läßt, kann darauf schlecht verzichtet werden, vor allem in tollwutgefährdeten Bezirken. Hunde ohne gültigen Tollwutschutz können bei Kontakt mit einem tollwutinfizierten Wildtier oder nach einem Beißvorfall auf Anordnung eines Amtsveterinärs eingeschläfert werden.
Allerding gibt es mittlerweile auch in Deutschland Tollwut-Impfstoffe, die eine 3-jährigen, ausgewiesenen Schutz haben.
 
In den USA, wo es viel mehr Wildtollwut gibt als bei uns, gilt überwiegend die dreijährliche Impfung – das wäre hierzulande auch ohne weiteres möglich.
Die Impfung wird auch bei grenzüberschreitenden Reisen verlangt.

Nebenwirkungen von Impfungen:
1. Anaphylaktische (allergische) Reaktionen:
- schwerer Schock unmittelbar nach der Impfung, muß sofort vom Tierarzt mit Antischockmitteln behandelt werden;
- Gesichtsödeme, Hauterkrankungen, unstillbarer Juckreiz;
- Durchfall und Erbrechen (manchmal blutig)
2. andere Reaktionen:
- Autoimmunerkrankungen: autoimmunhämolytische Anämie, eine schwere Blutkrankheit, in den meisten Fällen tödlich; Hypothyreose: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, u. a. m.
- Nervenentzündungen, Lähmungen
- Enzephalitis (Hirnentzündung, teilweise mit schweren Krampfanfällen, unheilbar)
- Pannikulitis (Entzündung des Unterhautfettgewebes), Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäßwände) u. a. m.
- Impfsarkom: Tumor an der Impfstelle, bei Katzen relativ häufig, bei Hunden sehr selten, führt trotz Operation fast immer zum Tode

Was tun, wenn der Tierarzt unbedingt impfen will?
Als Tierhalter bestimmen Sie, was an Ihrem Tier gemacht wird. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Achten Sie darauf, daß der Tierarzt Ihren Willen respektiert. Es kommt vor, daß Veterinäre gegen den Willen des Patientenbesitzers Mehrfachimpfungen verabreichen, obwohl nur eine Tollwutimpfung gewünscht wurde.

Läßt sich feststellen, ob ein Tier noch Impfschutz hat?
Manche Tierhalter kontrollieren den Schutz ihrer Hunde gegen Staupe und Parvo, gelegentlich auch den Tollwutschutz, durch Titermessungen im Labor. (Titerkontrollen für andere Impfungen sind mangels Richtwerten nicht sinnvoll.) An einer Blutprobe wird untersucht, ob noch Antikörper vorhanden sind. Das ist – außer bei der Welpen-Grundimmunisierung zur Kontrolle des Impferfolgs – meistens überflüssig. Denn der Schutz besteht nicht nur aus Antikörpern. Durch Impfungen bilden sich Gedächtniszellen, die sehr lange vorhalten, durch normale Labortests aber nicht bestimmt werden können.

Drei-Jahres-Impfungen in den USA – ein sinnvolles Vorbild?
In den USA hat der Tierklinikverband AAHA neue Impfrichtlinien für Hunde erarbeitet, die nur noch alle drei Jahre Auffrischimpfungen gegen SHP vorsehen.
Das ist jedoch nur ein Kompromiß, weil die Impfungen gegen SHP sehr viel länger als drei Jahre halten.
Wer ängstlich ist, kann sich an das US-Modell halten. Das ist jedenfalls besser, als das Immunsystem des Tieres jedes Jahr mit Mehrfachimpfungen zu belasten.    

Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet)

Die Empfehlungen der StIKo Vet folgen dem Grundsatz, dass nur das getan werden soll, was notwendig ist. Grundsätzlich müssen Hunde gegen die schwerwiegendsten Erkrankungen, an denen sie sich unabhängig von ihrer Haltungsform infizieren können und gegen solche, die auf den Mensch übertragen werden können, zu jeder Zeit geschützt sein. Beim Hund gilt das für Leptospirose, Parvovirose und Staupe.
Außerdem stehen für Phasen mit erhöhter Infektionsgefahr (viel Kontakt zu Artgenossen z. B. in Welpengruppen und Tierpensionen oder für grenzüberschreitendes Reisen) Impfungen gegen Borreliose, Leishmaniose, Pilzinfektionen, Tollwut und Zwingerhusten zur Verfügung.

Grundimmunisierung

Welpen sind in den ersten Lebenswochen gegen verschiedene Krankheitserreger durch mit der Milch aufgenommene Antikörper der Mutter geschützt. Diese werden im Laufe der Zeit wieder abgebaut, sodass der Welpe zunehmend für Krankheitserreger empfänglich wird und in der 8. Lebenswoche mit der aktiven Immunisierung, also der Impfung, begonnen werden muss. Solange aber noch Reste mütterlicher Antikörper im Blut des Welpen kreisen, behindern sie die durch die Impfung angeregte Bildung neuer Antikörper. Dies wird bei der Grundimmunisierung durch die Mehrfachimpfungen berücksichtigt. Studien haben inzwischen belegt, dass mütterliche Antikörper häufig noch nach der 12. Lebenswoche aktiv sind, sodass sich nach der zweiten Impfung in der 12. Lebenswoche eine dritte Impfung in der 16. Lebenswoche als sinnvoll erwiesen hat. Um ganz sicher zu stellen, dass junge Hunde einen ausreichend belastbaren Impfschutz aufbauen, umfasst die Grundimmunisierung noch eine vierte Impfung zu Beginn des 2. Lebensjahres. Nur so ist es zu verantworten, dass nachfolgende Auffrischungsimpfungen in längeren Abständen erfolgen können.

Wird ein Hund erstmalig im Erwachsenenalter geimpft, hängt es vom Impfstoff ab, ob eine Grundimmunisierung nötig ist. Grundsätzlich gilt, dass bei Verwendung von Lebendimpfstoffen (z. B. gegen Parvovirose) eine Impfung ausreicht. Werden inaktivierte Impfstoffe (z. B. gegen Leptospirose) eingesetzt, muss der Hund zweimal im Abstand von 4 Wochen geimpft werden.

Wiederholungsimpfungen

Die Qualität und Dauer der Immunität ist nach einer Impfung für die einzelnen Erreger unterschiedlich. Impfungen, die einen lang andauernden und belastbaren Schutz erzielen wie die gegen Tollwut, Staupe und Parvovirose können im 3-jährigen Intervall aufgefrischt werden. Andere wirken nur kurz. So erzeugt beispielsweise eine Impfung gegen bakterielle Erreger wie die Leptospiren nur einen Impfschutz für maximal 1 Jahr. Bei solchen Impfstoffen sind deshalb grundsätzlich kürzere Wiederholungsintervalle notwendig.

Wann welche Impfungen nötig sind und wie häufig, hängt aber auch von der regionalen Ausbreitung von Tierkrankheiten ab. Ihr Tierarzt kennt die Lebensgewohnheiten Ihres Hundes, die aktuelle Seuchenlage und ist über neue Empfehlungen der StIKo Vet. informiert. Im jährlichen Impfgespräch berät er Sie individuell, welche Impfungen speziell für Ihr Tier nötig sind und wann diese aufgefrischt werden müssen.

Quelle: Tierärzteverband.de https://www.tieraerzteverband.de/smile/smile-a-z/infos-zum-impfen-von-hund-und-katze/was-hundehalter-wissen-sollten.php